Care Farming

Care Farming

Unter Care Farming versteht man den Einsatz von landwirtschaftlichen Betrieben um die körperliche und geistige Gesundheit von Menschen zu fördern. Dabei werden sie dazu angeregt nach ihren Fähigkeiten, Zielen und Wünschen, alltäglichen Aktivitäten auf dem jeweiligen Betrieb nachzugehen. Allgemein kommen viele verschiedene Formen landwirtschaftlicher Betriebe in Frage, sei es mit tierischer oder pflanzlicher Produktion, oder mit einer Mischung aus beidem. Neben der körperlichen und geistigen Gesundheit eines Menschen können auf care farms auch soziale und pädagogische Fördermaßnahmen stattfinden. Viele Zielgruppen kommen hierfür in Frage, wie etwa Personen mit sozialen oder medizinischen Förderansprüchen. Wie strikt oder frei diese Definition verstanden wird, ist jedoch in den einzelnen Europaeischen Ländern verschieden. Eigentlich, so möchte man sagen, haben die meisten Länder ihre eigene Definition von care farming und davon, wo care farming aufhört, und andere Green care Aktivitäten anfangen, wie zum Beispiel Bauernhofpädagogik.

Auch die Zahl von existierender care farms unterscheidet sich sehr in den einzelnen Ländern Europas. In vielen sind solche Zahlen auch gar nicht bekannt, oder werden in unterschiedlichen Projekten zurzeit erst erhoben. So schätzt man etwa, dass es in den Niederlanden schon über 1.000 care farms gibt, in Österreich Belgien, Norwegen, und Italien einige Hundert, in Großbritannien um die 100, wohingegen sich das Phänomen in Slowenien, Schweden und Finnland eben erst entwickelt. Schätzungen zu den Zahlen existierender care farms sind auch deshalb schwierig, da sich viele Menschen, die sich in ihrer Praxis und in ihrem Alltag diesem Thema widmen ,oft gar nicht bewusst sind, dass sie care farming betreiben, da ihnen Ausdrücke wie care farming’ oder Green Care’ noch unbekannt sind. In diesen Fällen muss die Begriffsbildung in der Bevölkerung noch vorangetrieben werden.

Auch bezüglich ihrer Hauptzielgruppen gibt es Unterschiede in den einzelnen europäischen Ländern. Kinder und Jugendliche werden besonders in Norwegen, der Schweiz und Schweden fokussiert. Belgien, die Niederlande, Groß Brittannien und Italien haben das breiteste Spektrum an Zielgruppen, von Personen mit Lernschwierigkeiten, Patienten aus der Psychiatrie, ehemalige Drogen- und Alkoholabhängige, Senioren mit oder ohne Demenz, Langzeitarbeitslose und Burn-Out Patienten.

Je nachdem, um welche Zielgruppe es sich handelt, und wo die individuellen Ziele und Wünsche der jeweiligen Personen liegen, können mit care farming unterschiedliche Zwecke verfolgt werden. Neben sinnvollen Tagesaktivitäten kommen so Arbeitstraining, soziale (Re-)Integration, Pädagogik, Rehabilitation, oder die Beschaffung einer Wohnstätte in Frage.